Die Szekula-Familie von Briefmarkenhändlern

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Diese Website ist den in Ungarn geborenen Briefmarkenhändlern Béla, Géza, Eugen und Frank Sekula gewidmet. Jeder von ihnen betrieb sein eigenes Briefmarkengeschäft mit Schwerpunkt auf internationalem Briefmarkenhandel, angetrieben wohl eher vom Sinn fürs Geschäft als von einer besonderen Neigung zur Philatelie. Alle vier nahmen die Schweizer Staatsbürgerschaft an und waren jahrelang nebeneinander in Luzern ansässig. Insbesondere Bélas Geschäftsideen lösten während seiner Karriere mehr als einen Skandal aus. Und dennoch – ohne die Sekula-Brüder wäre die Geschichte der Philatelie wohl deutlich ärmer.

Béla Sekula

 

Ich denke, es ist ein schönes Hobby; es hält Männer davon ab, Unfug zu begehen. Mich interessieren Briefmarken aber nicht.

—Béla Sekula, September 1937

S/W Foto von Béla Szekula mit 20
Béla Szekula mit 20
Newspaper ad
Angebot von Kriegsmarken
(Schweizerisches Handelsamts-
blatt 27. Mai 1915)

Die Anfänge

Béla Desző (Desiderius) Szekula (1881–1966) wurde am 9. Februar 1881 in Szegedin, Ungarn, geboren, als erster Sohn des Fett- und Seifenhändlers Gyula (Julius) Szekula (1850–1932) und Róza Szekula (geb. Fürst, 1854–1908). Nach seinen eigenen Erinnerungen schmuggelte er sich im Alter von 16 Jahren im Hafen von Fiume auf ein Schiff, weil er glaubte, es würde nach Australien fahren, landete aber stattdessen in Mombasa, Kenia. Er machte sich auf den Weg nach Sansibar und schließlich nach Madagaskar, wo er einige alte französische Briefmarken sah, die zum Verkauf angeboten wurden. Einer Eingebung folgend kaufte er sie für 200 Franc und schickte sie nach Paris, wo sie für 20000 Franc verkauft wurden – der Beginn seiner Karriere als Briefmarkenhändler.

1898 begann Béla – er war gerade 17 Jahre alt geworden – in Budapest vom Haus der Eltern aus mit Briefmarken zu handeln, und am 1. Dezember des selben Jahres veröffentlichte er die erste und einzige Ausgabe seiner Zeitschrift Ungarisches Briefmarken-Offertenblatt (Levélbélyeggyűjtők Lapja). Bereits 1899 in philatelistischen Zeitschriften in Nord- und Südamerika geschaltete Anzeigen zeigen, dass er von Anfang an die ganze Welt als sein Verkaufsgebiet ansah. In seinen frühen Jahren probierte er alle möglichen Dinge aus, um zu testen, was geht und was nicht. Einige seiner Aktivitäten sollten ihm bald einen schlechten Ruf einbringen, wie z.B. das Versenden von unaufgeforderten Auswahlsendungen – gefolgt von Drohbriefen, wenn sie ignoriert wurden. Die Zahl der so geworbenen Neukunden dürfte die negativen Auswirkungen, wie schlechte Presse und die Weigerung einiger philatelistischer Vereine, ihn als Mitglied aufzunehmen, überwogen haben, denn gelegentlich griff er auch in späteren Jahren auf dieses Geschäftsmodell zurück.


Szekula gegen Wurtele

Am 1. Juli 1901 veröffentlichte er die erste Ausgabe seines neuen Briefmarkenmagazins Szekula Briefmarken-Verkehr. Etwa zur gleichen Zeit hatte er die erste größere Auseinandersetzung mit einem Verleger einer anderen Briefmarkenzeitschrift. Es begann damit, dass Béla eine Seite Werbefläche in W. James Wurteles The Montreal Philatelist bestellen wollte und als Bezahlung Briefmarken beilegte: laut Wurtele eine Menge wertloser, außer Kurs gesetzter serbischer 1-Dinar-Briefmarken, in Bélas Augen 75 serbische 1-Dinar im Wert von 100 Mark laut Senf. Wurtele, der es gewohnt war, mit Bargeld oder Scheck bezahlt zu werden, schickte die Briefmarken noch am selben Tag zurück. Anscheinend ging diese Lieferung verloren. Als Béla nichts von Wurtele hörte, schickte er ihm eine Postkarte mit der Drohung, ihn auf seine schwarze Liste zu setzen, falls er nicht antworte. Leider ging diese Postkarte nicht verloren. Wurtele, von Bélas Vorgehensweise wenig erbaut, veröffentlichte in der Novemberausgabe 1901 des The Montreal Philatelist eine Warnung vor Béla Szekula und seinen Geschäftsmethoden. Béla revanchierte sich mit einer giftigen Replik und der versprochenen Aktualisierung seiner schwarzen Liste in der Dezember-Ausgabe des Briefmarken-Verkehrs.


Zwi­schen­spiel in Genf

Am 10. November 1901 heiratete Béla Lujza Bihari (1883–1964), die Schwester von Dr. Jenő Bihari, einem ungarischen Arzt, der sich auch als Komponist und Philatelist einen Namen gemacht hatte. Ob es im Voraus geplant war oder eine spontane Entscheidung während ihrer Flitterwochen – was perfekt zu Bélas Charakter passen würde – im selben Monat zog das Paar von Budapest nach Eaux-Vives, heute ein Stadtteil von Genf in der Schweiz, der neuen Basis für Béla’s Briefmarkengeschäft und Hauszeitschrift für die nächsten zwei Jahre (die Ausgaben Nr. 4 bis 37 seines Briefmarken-Magazins erschienen alle in Genf). Im Szekula Briefmarken-Verkehr vom Januar 1902 (Nr. 5) rief er zur Gründung einer internationalen Gesellschaft von Briefmarkensammlern auf, und bereits die Februarausgabe enthielt eine Liste von 25 Gründungsmitgliedern, die sich aus einem Dutzend verschiedener Länder beworben hatten: Belgien (1), Bulgarien (1), Dänemark (1), Deutschland (2), Frankreich (3), Italien (1), Niederlande (1), Österreich (3), Russland (4), Schweiz (5, incl. Béla selbst), Spanien (1) und Ungarn (2, einer davon Bélas Schwager Jenő Bihari). Erklärte Ziele waren der Tausch von Marken und der Kampf gegen Fälschungen. Während der nächsten Monate wuchs der Internationale Philatelisten-Verband mit ihm als Geschäftsführer rasch auf über 100 Mitglieder an. Acht Monrate später, im Juli 1902, zogen Béla und seine Frau um in ihr neues Domizil, die Villa Philatélie im benachbarten Chênes-Bougeries. Gegen Ende 1902 gesellte sich Bélas Bruder Géza zu ihnen.

Auch während Bélas ersten Aufenthalts in der Schweiz erschienen in philatelistischen Zeitschriften immer wieder Warnungen vor ihm wegen seines Geschäftsgebarens. 1902 hatte er die zweifelhafte Ehre, zweimal in Mekeel’s Stamp Collector zu erscheinen, nämlich als berüchtigter Händler […], der Briefmarkensendungen in großen Mengen anfordert. Die Leser wurden gewarnt, dass er seine Verpflichtungen nicht erfüllt, nicht zuverlässig ist und gerne Postkarten und Briefe mit Anschuldigungen in erpresserischer Absicht verschickt. 1903 erhielt er ein negatives Echo für seine umfangreiche Werbung für bestimmte Briefmarken von Puerto Rico, die – mit einem lokalen Überduck HABILITADO 17 OCTUBRE 1898 versehen – als betrügerisch angesehen wurden (diese Ausgaben sind heute natürlich teure Sammlerstücke für Spezialisten).


Gefällig­keits­entwer­tungen

Im Herbst desselben Jahres veröffentlichte die Deutsche Briefmarken-Zeitung eine Warnung vor Béla wegen des Handels mit gefälschten Briefen mit Sätzen der am 25. Februar 1902 zum 400. Jahrestag von Santo Domingo ausgegebenen Sondermarken der Dominikanischen Republik. Anfang des Jahres hatte Béla die Restbestände dieser Ausgabe von der dominikanischen Regierung erworben. Seit Ende Februar bot er sie zum Verkauf an, allerdings nicht nur postfrisch, sondern auch in der viel schwieriger zu findenden gebrauchten Erhaltung lose und auf Brief. Die Restbestände waren alle ungestempelt, also beschloss er, selbst gebrauchte Exemplare herzustellen, vorgeblich mit offiziellen dominikanischen Handstempeln in seinem Besitz. Auch die von ihm angebotenen Belege waren eigene Machwerke – was er in seiner Werbung nicht extra erwähnte und seinen Kunden nur auf Nachfrage mitteilte. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass seine Belege so viele falsche Details enthielten, dass es unvorstellbar erscheint, dass sie irgendjemanden täuschen konnten oder auch nur dazu gedacht waren: Das Datum des auf allen Briefmarken und Umschlägen verwendeten Rundstempels mit der Aufschrift (SANTO DOMINGO (20 / ENE / 02) R. D.) lag fünf Wochen vor dem Datum der Erstausgabe; laut den aufgedruckten Adressen waren die Briefe von einem João Frederico Herrmann, Sto. Domingo (R.D.) an einen gewissen Edward J. Bothwell Esq. / Agent of Maritime Assurances / Trujillo / (Peru) geschickt worden, d. h. von Santo Domingo ins Ausland, obwohl diese Gedenkausgabe nur für den Inlandsversand bestimmt war (gemäß der damaligen UPU-Regeln); schließlich war auf dem Ankunftsstempel der Name des Bestimmungsortes falsch als Truillo geschrieben. Höchstwahrscheinlich hatte er die Belege im Geiste von Souvenirartikeln produziert, um den Verkauf anzukurbeln. Trotz ihrer offensichtlichen Mängel wurden sie jedoch von einigen wie echte Briefe behandelt. Eine Anfrage in Peru ergab, dass eine Firma mit dem Namen Maritime Assurances nicht existierte. Daraufhin wurden weitere Details zu den Umschlägen veröffentlicht, aus denen hervorging, dass es sich mit Ausnahme der Marken um ein rein schweizerisches Produkt handelte. Béla verblüffte die Fachpresse, indem er einfach alles bestätigte und erklärte, dass solche Gefälligkeitsentwertungen von Briefmarkenhändlern durchaus keine Seltenheit seien. Das stimmte wahrscheinlich, war aber nichts, was von der Briefmarkenindustrie unbedingt an die große Glocke gehängt wurde. Das Stanley Gibbons Monthly Journal, das über Bélas Reaktion auf die Anschuldigungen berichtete, fühlte sich an den alten Witz erinnert Sind Sie ganz sicher, mein Herr, dass dieses Eau de Cologne echt ist? — Gewiss, gnädige Frau, wir machen es selbst!, und es schlug vor, auch gleich die Briefmarken selbst in Genf herstellen zu lassen, damit die ‚Originale‘ auch so richtig homogen sind. Da Bélas kreativer Vorstoß in der Öffentlichkeit offenbar auf wenig Gegenliebe stieß, sah er in Zukunft von derartigen Experimenten ab. In der Juliausgabe des Szekula Briefmarken-Verkehr gab er bekannt, dass er seinen gesamten Vorrat dieser Emission für 80.000 Francs an den Briefmarkenhändler Victor Robert in Paris verkauft habe, und im Oktober bot er jedem, der mit dem Kauf seiner gestempelten Dominikaner nicht zufrieden war, eine Entschädigung an, entweder durch Rückerstattung oder Tausch gegen andere Marken.

Währenddessen wuchsen Bélas Internationale Philatelisten kontinuierlich auf eine für einen Briefmarken-Verein sogar im internationalen Vergleich bemerkenswerte Größe. Im Oktober 1903 begrüßten sie ihr 300stes Mitglied, und im Dezember, nach der Bildung einer lokalen Untergruppe in Pressburg (damals Pozsony, Ungarn, heute als Bratislava Hauptstadt der Slowakei), waren es insgesamt mehr als 400 Mitglieder.


Zurück in Buda­pest

Am 10. Februar 1904 verließen die Szekulas die Schweiz und kehrten nach Ungarn zurück. Bélas Umzug wurde von der philatelistischen Presse aufgegriffen, und es wurde gemutmaßt, dass er zurück nach Budapest geflohen war, nachdem ihn der Skandal um die dominikanischen Marken aus Genf vertrieben hatte, und auch, dass er viele unbezahlte Rechnungen hinterließ. Diese Spekulationen mögen seinen Kritikern ein gewisses Gefühl der Genugtuung gegeben haben, aber sie waren unbegründet. Die – ausserhalb philatelistischer Kreise – eher unbedeutende Dominikaner-Affäre hatte keine rechtlichen Konsequenzen und hätte Béla auch sicherlich nicht veranlasst, Genf zu verlassen, noch gab es irgendwelche Einträge über ausstehende Schulden. Sein Umzug war kein Geheimnis, ebensowenig wie seine neue Adresse, an die seine Post weitergeleitet wurde - beides hatte er ein paar Tage im Voraus in einer großen Lokalzeitung angekündigt. Die plötzliche Rückkehr nach Budapest hatte aller Wahrscheinlichkeit nach einen ganz anderen Grund: Lujza hatte gemerkt, dass sie wieder schwanger war. Im November 1902 hatte das junge Paar den Verlust seines ersten Kindes erlitten, eines kleinen Mädchens, das sie Lilla Vera getauft hatten, und so wollten die werdenden Eltern dieses Mal, dass ihr Nachwuchs in ihrem Heimatland zur Welt kommt. Sieben Monate später, am 16. September 1904, brachte Lujza in Budapest die Zwillingsschwestern Ágnes und Mária zur Welt. Doch zuvor, gerade erst zurück aus der Schweiz, sorgte Béla erneut für Empörung in Philatelistenkreisen.


India­ner­frau

Die Indianerfrau-Ausgabe von Guatemala aus dem Jahr 1878 besteht aus vier Werten von ½ Real bis 1 Peso. Während die drei niedrigeren Werte damals allgemein verfügbar waren, gab es bei dem Peso-Wert einen Engpass. Im April 1904 verschickte Béla Musterbögen der 1-Peso-Marke an diverse Briefmarkenhändler. In einem den Bögen beigelegten Brief gab er an, dass sie von Experten untersucht und für echt befunden worden seien, aber dass es sich tatsächlich um Neudrucke handele, hergestellt mit den originalen Regierungsklischees. Einer der auf diesem Weg angesprochenen Händler war W. Sellschopp, Hamburg. Sellschopp war bekannt, dass andere Werte dieser Ausgabe auf 100er-Bögen gedruckt worden waren, in der ungewöhnlichen Anordnung von 12 horizontalen und 8 vertikalen Reihen sowie einer kurzen horizontalen 4er-Reihe mittig darüber. Da er glaubte, dass dies für alle vier Werte zutreffe, kam er zu dem Schluss, dass Bélas 50er-Bögen (5 x 10) unmöglich mit Originalplatten gedruckt worden sein konnten und daher Fälschungen sein mussten. Ihm fiel außerdem auf, dass der Musterbogen hinsichtlich Papier und Perforation vom Originaldruck abwich. Er war so empört über dieses Angebot, dass er nicht nur den Bogen zusammen mit einem geharnischten Brief an Béla zurücksandte, sondern auch seine Notizen und die gesamte Korrespondenz an die Deutsche Briefmarken-Zeitung schickte, wo alles in der Mai-Ausgabe erschien. Zur gleichen Zeit veröffentlichte Arthur Maury in Paris in seiner Zeitschrift Le Collectionneur de timbres-poste eine Notiz, in der er diese Marke, die einige Händler als Neudruck anbieten, als gefährliche Fälschung beschrieb, die ein geschultes Auge erfordert, um einige kleine Unterschiede im Design zu erkennen, wodurch ihre Einstufung als Fälschung untermauert wurde. Allerdings war Sellschopps ursprüngliche Annahme bezüglich der Bogengröße falsch. Wie die DBZ in ihrer Juni-Ausgabe betonte, waren die echten 1-Peso-Briefmarken im Gegensatz zum Rest der Ausgabe tatsächlich in Bögen zu je 50 Stück gedruckt worden. Und im folgenden November präsentierte Maury einen Brief von einem M. G., Brüssel, der erklärte, dass die Neudrucke in seinem Auftrag angefertigt worden seien und er sie an Béla Szekula weitergegeben habe. Er versicherte, dass es sich bei den Marken nicht um Fälschungen handele, da die Druckerei ein authentisches Klischee verwendet habe, und dass die Zeichnungs-Unterschiede zu den Originalen auf Retuschen dieses Klischees zurückzuführen seien. Die Unterschiede im Papier und in der Perforation sollten dazu dienen, die Neudrucke von den Originalmarken unterscheiden zu können. Obwohl Maury den Autor des Briefes nur als Monsieur G. aus Brüssel zitierte, kann man davon ausgehen, dass es sich um Gustave Gelli von Gelli & Tani handelte; die DBZ hatte dieses durchaus seriöse Unternehmen bereits als Originalquelle dieser Briefmarken genannt. Ob man nun der Darstellung von Monsieur Gelli Glauben schenkt oder nicht – das renommierte Kohl Briefmarken-Handbuch etwa spricht sich dagegen aus – auf jeden Fall bot Béla die Marken als das an, als was er sie selbst erhalten hatte. Darüber hinaus war er nicht der Einzige. Mindestens ein weiterer Händler, Victor Gisquière in Brüssel, hatte sie ebenfalls im Angebot. Dennoch blieb die Bezeichnung Szekula-Fälschung hängen. Eine passenderer Name wäre Gelli & Tani Neudruck.


Eine auswärtige Affäre

Für Béla waren das nur unwesentliche Hürden auf dem Weg zum Erfolg. Sein Geschäft wuchs weiter, ebenso wie seine Organisation: Am 20. Februar 1905 veröffentlichte der Briefmarken-Verkehr eine Liste mit Namen und Adressen der mittlerweile über 1000 Mitglieder. Béla war damals 24 Jahre alt. Sein Bruder Géza hatte angefangen, für ihn zu arbeiten, und sobald er alt genug war, trat auch der drittälteste Bruder, Eugen, in das Geschäft ein. Spätestens seit 1905 arbeitete auch mindestens ein Nicht-Familienmitglied für Béla, der Kaufmann Hermann Wiederhold – Bélas engster Mitstreiter für die nächsten drei Jahrzehnte. Hermann war als Prokurist angestellt. Béla hatte also jemanden, der das Tagesgeschäft alleine führen konnte, während er auf Reisen war, um neues Material zu beschaffen. Und Béla reiste viel. Zusammen mit seinem Sprachtalent verschaffte ihm dies einen klaren Wettbewerbsvorteil. Viele seiner Geschäfte verhandelte er vor Ort, oft genug in der Sprache seiner Geschäftspartner.

Auf seinen Reisen muss er auch mehrfach Österreich besucht haben. 1908 wurde er Pate einer gewissen Hedwig Dorfstätter, geboren am 23. September 1908 in Wien. Vermutlich war er ein Freund ihrer Eltern, des Gutsverwalters Mathias Dorfstätter und seiner Frau Antonia. Wie ein Eintrag im katholischen Kirchenbuch von Wien zeigt, stellte sich jedoch im Nachhinein heraus, dass Béla mehr als nur der Pate der kleinen Hedwig war. Diese Enthüllungen führten 1909 zur Scheidung von Béla und Lujza. Die Zwillinge blieben bei Lujza und Antonia blieb bei Béla. Am 30. März 1910 wurde Bélas Sohn Karl in Budapest geboren. Es ist nicht bekannt, wie und wann genau die Beziehung zwischen Béla und Antonia endete, aber schließlich kehrte Antonia nach Österreich zurück, während Béla das volle Sorgerecht für Hedwig und Karl übernahm.


Die bolivia­nische Ver­schwö­rung

Es war schon einige Jahre her, dass der Name Szekula zuletzt mit einem Skandal um umstrittene Marken in Verbindung gebracht worden war, doch 1910 passierte es wieder – und genau wie bei der 1-Peso-Marke von Guatemalas Indianerfrauenausgabe hatte Béla nichts mit deren Entstehung zu tun. Diesmal ging es um Nachdrucke der Bolivien-Ausgabe von 1894. Alle damaligen Kataloge führten zwei Hauptsorten dieser Ausgabe auf, eine erste Auflage, gezähnt 14 bis 14½ und in London auf dünnem Papier gedruckt, und eine zweite Auflage, gedruckt in Paris in leicht unterschiedlichen Farbtönen und auf dickem Papier mit 13 bis 13½ Zähnung. Von Januar bis Oktober 1910 bot Béla Sätze unterschiedlicher Dicke an, darunter ein seltener 10c-Farbfehler in Blau statt Braun auf mittelstarkem Papier. Seine Quelle war das Office Central de timbres-poste coloniaux in Paris, dessen Inhaber A. Saatdjian die Marken ca. März 1909 selbst von E. Gainsborg, ebenfalls Paris, erworben hatte. Laut Gainsborg, der bereits 1894 an der Produktion der zweiten Auflage beteiligt gewesen war, bestand dieser Posten aus Restbeständen sowohl der Londoner als auch der Pariser Drucke. Ein dritter in Paris ansässiger Briefmarkenhändler, Victor Perron, kam jedoch nach einem Schriftwechsel mit den Behörden in Bolivien und einem Gespräch mit dem Drucker der französischen Ausgabe zu seinen eigenen Schlussfolgerungen: Nur der Erstdruck in London mit Erstausgabe im April 1894 sollte als echt angesehen werden; der zweite Druck in Paris war zwar im Juli 1894 nach Bolivien geliefert und ebenfalls bis April 1897 postalisch verwendet worden, aber nicht von der bolivianischen Regierung genehmigt, sondern vielmehr das Ergebnis eines betrügerischen Plans, durchgeführt vom ehemaligen Sekretär der bolivianischen Botschaft in Paris, José Manuel Paz, sowie dem Briefmarkenhändler E. Gainsborg und dem bolivianischen Konsul in New York, J. Emilio Lassús; schließlich gehörten die neu aufgetauchten Briefmarken keiner der beiden Auflagen an, sondern waren Neudrucke, die mit Elektrotypien von den Originalplatten nach 1896, und damit nach deren Zerstörung, angefertigt worden waren. Obwohl die Pariser Sorte auf dickem Papier seit 15 Jahren gelistet war, fanden die Herausgeber des einflussreichen deutschen Senf-Katalogs Perrons Argumente so überzeugend, dass sie den Pariser Druck für betrügerisch erklärten und ihn aus der Ausgabe ihres Katalogs von 1911 entfernten. Infolgedessen gingen auch Bélas Briefmarken – Neudrucke oder nicht – mit über Bord, und die Preise ganzer Sätze stürzten auf ein Zehntel ihres vorherigen Wertes ab. Enttäuschte Kunden des Farbfehlers wollten ihr Geld zurück und drohten sogar mit Schadensersatzklagen. Briefmarken des gleichen Typs waren auch von anderen Händlern verkauft worden, aber wie so oft hatte sich Béla den größten Bestand gesichert, einschließlich eines Großteils der bis dahin begehrten Farbfehldrucke. Folglich war er von allen Händlern am stärksten vom Preisverfall betroffen.

Wie bereits erwähnt, wickelte Béla viele seiner Transaktionen vor Ort ab. Da er ständig durch ganz Europa reisen musste, begann er darüber nachzudenken, sein Unternehmen an einen zentraleren Ort zu verlegen. Doch bevor er Budapest endgültig verließ, konnte Béla noch einmal für Aufsehen sorgen, diesmal allerdings im positiven Sinne. Im Dezember 1911 landete er seinen bisher größten Deal, den Erwerb der preisgekrönten Robert-Holitscher-Sammlung zum Preis von 840.000 Kronen, rund 4,2 Millionen Euro in heutiger (2020) Währung. Das Auflösen einer Sammlung dieser Größenordung war normalerweise Auktionshäusern vorbehalten. Béla verkaufte sie länderweise mit einem Gewinn von 10%.


Invasion in Luzern

Im Januar 1913 zog Béla erneut in die Schweiz, mit der ganzen Familie im Schlepptau, darunter sein jüngster Bruder Franz und sein Vater (die Mutter war bereits 1908 gestorben). Diesmal ließ er sich in Luzern nieder, wo er im Maihof 678c die Briefmarken-Grosshandlung Béla Szekula eröffnete. Passend zu seinem neuen Wohnsitz änderte er den Namen seines Magazins zu Schweizerischer Briefmarken-Sammler. Béla war mittlerweile Anfang 30 und ein erfolgreicher Geschäftsmann, und seine Reisen und Erfahrungen müssen ihm ein weltgewandtes Auftreten verliehen haben. Wahrscheinlich dauerte es nicht lange, bis er Zugang zum Luzerner Establishment fand. Am 9. Oktober 1916 heiratete er Bertha Albertina Berty Huguenin (1896–1980), Angehörige der bekannten Luzerner Café- und Confiserie-Dynastie gleichen Namens, und am 4. November 1916 wurde Béla Schweizer Staatsbürger mit Bürgerrecht in Kriens.


Die Schwar­ze Liste

Obwohl die Schweiz neutral war, hatte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 natürlich Folgen für Schweizer Kaufleute, die international handelten. Auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses vom 23. Dezember 1915 führte die britische Regierung eine schwarze Liste ein, die britischen Untertanen den Handel mit bestimmten Firmen und Einzelpersonen in neutralen Ländern untersagte, sofern diese Geschäftsbeziehungen zu Partnern in feindlichen Ländern unterhielten. Ein noch spezifischeres Embargo in Frankreich richtete sich direkt gegen den Briefmarkenhandel und verbot die Einfuhr von Briefmarken des Feindes in das Land. Béla, wie er nunmal war, wollte sich solch einer Kleinlichkeit natürlich nicht beugen und machte weiterhin Geschäfte mit Deutschland, ebenso wie er weiterhin deutsche Briefmarken an französische Briefmarkenhändler verkaufte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihn jemand anschwärzte. Die November-Ausgabe 1916 des britischen Magazins Stamp Collecting enthielt die folgende selbstherrliche Notiz: Dank der von Stamp Collecting bei den Behörden gemachten Eingaben wird Béla Szekula (alias Ed. Bieri) endlich auf die ‚schwarze Liste‘ gesetzt. Am 15. desselben Monats erklärte die Abteilung für Außenhandel Béla Szekula zu einer unerwünschten Person, mit der Firmen und Personen im britischen Empire keine Geschäfte machen sollten, und beschuldigte ihn des Handels mit dem Feind. Dasselbe galt für Elise Bieri, wahrscheinlich der Name einer Angestellten, den Béla benutzte, um ein bereits bestehendes französisches Handelsverbot zu umgehen, mit dem er sich konfrontiert sah, nachdem eine seiner Lieferungen von Briefmarken des Feindes an Händler in Paris von der französischen Zensur abgefangen worden war.

Um seiner inzwischen schwangeren Frau den Lebensstil zu ermöglichen, den er ihr versprochen hatte, mietete Béla 1918 die luxuriöse Villa Sonnenhof in der Brambergstraße 12a. Am 8. April 1918 wurde seine vierte Tochter, die zukünftige Künstlerin Sonja Yvette Sekula, geboren. Im selben Jahr stellte Béla die Ausgabe seines Magazins mit Nummer 160 ein.


Recht­schreib­re­form

Géza Szekula hatte das Geschäft seines Bruders bereits verlassen, als die ganze Familie noch in Budapest lebte. Nach seinem Umzug nach Luzern eröffnete er sofort seinen eigenen Briefmarkengroßhandel Géza Szekula. Ein paar Jahre später tat Eugen dasselbe, indem er die Firma Eugen Szekula Briefmarken Import and Export gründete. Es muss betont werden, dass alle drei Brüder, obwohl sie in der selben Stadt ansässig waren, getrennte Geschäfte hatten und finanziell voneinander unabhängig waren. Franz, der mit Abstand jüngste der vier, war natürlich der letzte, der Béla verließ, aber gleichzeitig auch derjenige, der den größten Schritt vollzog. Am 2. Februar 1921 nahm der damals noch 19-Jährige einen Dampfer nach New York, und bereits Ende 1922 verkaufte er Briefmarken in der Nassau Street 97, mitten im New Yorker Epizentrum des Briefmarkenhandels. Da er jetzt in den Vereinigten Staaten lebte, kam ihm die Idee, die Schreibweise seines Namens zu vereinfachen, wahrscheinlich wie von selbst, und aus Franz Szekula wurde Frank Sekula. Der Rest der Familie in Luzern folgte diesem Beispiel: Im März 1923 erhielten Béla und seine Angehörigen offiziell die Erlaubnis, die Schreibweise ihres Nachnamens in Sekula zu ändern.

S/W-Foto von Béla Szekula mit 40
Béla Szekula mit 40

Die Goldenen Zwanziger

Bélas Fokus verlagerte sich immer mehr in Richtung Großhandel, und im Briefmarkenhandel wurde er als zuverlässiger, unkomplizierter und schneller Distributor wahrgenommen. Während andere Briefmarkenhändler in den Jahren nach Ende der Inflation zu kämpfen hatten, wurde sein Geschäft in Luzern zunehmend zum zentralen Knotenpunkt auf dem internationalen Briefmarkenmarkt. Ein bemerkenswertes Geschäft aus dieser Zeit war der Erwerb der Seebeck-Restbestände südamerikanischer Marken im Jahr 1924, etwa 55 Millionen Stück. 1926 gründete er – mit Unterstützung von Schweizer Banken – die Internationale Briefmarkenbank. Sie bot Briefmarkenhändlern weltweit Schweizer Bargeld an, wenn diese ihm Briefmarken zu einem Festpreis abkauften, der mindestens dem Einfachen des Darlehens entsprach – auf Kredit! Seine Briefmarken gingen wagenladungsweise in alle Welt, und die Zinsen, einschließlich der Bearbeitungsgebühren, erreichten 16 bis 18 Prozent.

Bélas Geschäfte in den 1920er Jahren waren größtenteils skandalfrei. Trotz gelegentlicher negativer Presse und Beschwerden von Endkunden wuchsen Bélas Firma und die Zahl der Mitarbeiter stetig weiter, nicht zuletzt jedoch auch durch seinen bevorzugten Einsatz von Billiglöhnern aus dem Ausland, insbesondere Österreich, was ihm so manchen Besuch der Fremdenpolizei bescherte. Hin und wieder wurde er allerdings auch wegen schlechter Ware zur Rede gestellt, wie 1925, als sich seine kompletten Sätze von Überdrucken der ungarischen Nationalregierung in Szegedin von 1919 als Fälschungen herausstellten, was zu großem Streit unter den Händlern führte und die Preise echter Exemplare in die Höhe trieb. Oder 1927, als Bélas Neffe László Goldberger als Verkäufer mit einem interessanten Sortiment im Gepäck unterwegs war: Nachdrucke belgischer Wohlfahrtsmarken von 1914/15, kretische Revolutionsmarken, montenegrinische Briefmarken mit gefälschten Stempeln, Fantasieausgaben der fliehenden montenegrinischen Regierung und denen der Sowjetregierung. Béla wies den Fälschungsvorwurf zurück und beharrte darauf, dass er das gesamte Material selbst in gutem Glauben erworben habe.

Ärger ganz anderer Art, der sich allerdings hinter den Kulissen anbahnte, betraf alle drei Brüder in Luzern gemeinsam, und ergab sich daraus, dass der weitaus größte Teil ihres Briefmarkenhandels mit dem Ausland stattfand. Getrennt von ihren Kunden durch Landesgrenzen und oftmals auch Ozeane wurde jeder Streit naturgemäß eine aufwendige, zeitraubende und teure Angelegenheit. Anstatt dem vorzubeugen und bei größeren Summen und unbekannten Kunden auf Vorkasse zu bestehen oder wenigstens Referenzen einzuholen, verschickten sie ihre Ware auf Rechnung oder auf Kommission an jeden und überall hin, sogar an Postfächer. Für eventuelle Probleme, die danach auftraten, hatten sie nämlich eine praktische Lösung gefunden. Während der Zwanzigerjahre machten sie es sich zunehmend zur Gewohnheit, schweizerische Auslandsvertretungen vor Ort zu kontaktieren, um sie als billige Inkassounternehmen für sich arbeiten zu lassen – in der irrigen Annahme, dass ihnen als Schweizer Bürger dieser Service zustehe. Und während Béla selbst zumindest später darauf verzichtete, für unbeantwortete Ansichtssendungen, die er unaufgefordert verschickt hatte, Geld einzutreiben, waren Eugen und vor allem Géza, der geschäftlich nie so gut gestellt war wie seine Brüder, weniger bereit, einen Verlust hinzunehmen. Bis 1930 hatten ihre gesammelten Anfragen bei Schweizer Gesandtschaften und Konsulaten, beim Eintreiben von Außenständen vorort behilflich zu sein, derart überhandgenommen, dass das Eidgenössische Politische Departement in Bern (1979 umbenannt in Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten) sich genötigt sah einzuschreiten. Mit einem Rundschreiben vom 11. Juni 1930 wurden die schweizerischen Auslandsvertretungen angewiesen, bei direkten Anfragen dieser Art in Zukunft auf Bern zu verweisen, was von den Empfängern des Rundschreibens mit allgemeiner Genugtuung registriert wurde. Ebenso wurden die Brüder darüber informiert, dass ab sofort jede derartige Anfrage über das EPD zu laufen habe, wo sie vorab geprüft und nur bei klarer und erfolgversprechender Sachlage weitergeleitet werde. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass diese außergewöhnliche Maßnahme primär durch das Verhalten von Géza und Eugen ausgelöst wurde, deren Inkassogesuche in den letzten Jahren zugenommen hatten, während gleichzeitig ihre eigene Zahlungsmoral gegenüber den Behörden und den von ihnen beauftragten Anwälten mehr als zu Wünschen übrig ließ, was natürlich unangenehm auffiel und nach Bern zurückgemeldet wurde. Über Béla selbst lagen gar keine Beschwerden von Seiten der Auslandsvertretungen vor, aber allein die Tatsache, dass auch er bereits mehrfach in deren Geschäftsberichten aufgetaucht war, reichte aus, alle Sekulas in einen Topf zu werfen. Wenig hilfreich war natürlich auch, dass das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement auf Nachfrage des EPD Béla einen schlechten Leumund bescheinigte wegen früherer Vorkommnisse wie den oben erwähnten Besuchen der Fremdenpolizei, wie auch wegen ein paar unbestätigter Gerüchte. Damit hatte er es jedenfalls erneut geschafft, auf einer schwarze Liste zu landen, wenn auch auf einer sehr exklusiven, da diese Anordnung nur Briefmarkenhändler mit dem Namen Sekula betraf und niemanden sonst. Im Gegensatz zu den beiden Hauptverursachern nahm Béla diesen Warnschuss ernst, entschuldigte sich wortreich in einem Brief und schickte von da an jede das Ausland betreffende Anfrage gehorsam an das EPD.

Angesichts seines Gesamtumsatzes hatte all das aber anscheinend keinen nachhaltigen Einfluss auf Bélas Versandgeschäft. Anfang 1928 (vermutlich vor März) hatte er seine neuen Geschäftsräume im Genferhaus in der St. Leodegarstr. 2 bezogen, wo seine Firma mit ihren bis zu 100 Mitarbeitern schließlich zwei Etagen beanspruchen sollte. Im Januar 1929 erfuhr das Management Verstärkung durch Frank, der aus den USA zurückgekehrt und nun als Prokurist in der Firma seines Bruders angestellt war. Im Dezember 1930 begann dann auch Bélas Sohn Karl, oder Charles, wie er sich jetzt nannte, als Prokurist für seinen Vater zu arbeiten. Zeitungen, die über die IPOSTA (Internationale Postwertzeichen-Ausstellung) im September 1930 in Berlin berichteten, bezeichneten Béla als den größten Briefmarkenhändler der Welt. Im August 1931 gründete Béla seine erste Aktiengesellschaft, die Cosmophilatelist Ltd. Luzern, mit Geschäftsstelle im Genfer Haus und sich selbst als alleinigem Verwaltungsratsmitglied. Er hatte bereits eine neue gleichnamige Zeitschrift aufgelegt, aber der Cosmophilatelist war bei weitem nicht so erfolgreich wie sein Briefmarken-Verkehr und erlebte nur sechs Ausgaben.


Welt-Brief­marken­auk­tionen

Während dieser Jahre machte sich Béla Sekula ebenfalls einen Namen als Auktionator mit seinen Welt-Briefmarkenauktionen, die er zwischen Mai 1927 und Dezember 1932 in Luzern abhielt; zunächst im noblen Schweizerhof-Hotel, ab der vierten Auktion im März 1928 dann im nahegelegenen Genferhaus. Mit den Hoteliersbrüdern Hauser hatten Schweizerhof und Sonnenhof die selben Eigentümer, so dass er möglicherweise einen Rabatt für die Anmietung des Veranstaltungsortes seiner ersten drei Auktionen erhielt, zumal so mancher Bieter seine Unterkunft direkt im Hotel genommen haben dürfte. Wie einem Bericht des französischen Briefmarkenmagazins Philatelia über die zweite Welt-Briefmarkenauktion im Oktober 1927 zu entnehmen ist, scheuten Béla und seine Frau allerdings auch keine Kosten und Mühen, um diese Auktionen in gesellschaftliche Ereignisse zu verwandeln und so sicherzustellen, dass die Kunden beim nächsten Mal wiederkommen würden: Herr Béla Sekula, der keine halben Sachen macht, hat sich bei der Organisation der letzten Auktion selbst übertroffen. Der Verkauf fand in einem schönen luftigen Raum statt, für die Käufer gab es bequeme Sitzgelegenheiten mit kleinen Tischen davor; sie konnten während der Auktion rauchen, und jede Sitzung wurde durch eine Pause unterbrochen, in der man an einem Buffet essen gehen konnte. [...] Hinzuzufügen ist noch, dass Herr und Frau Sekula in dem Bestreben, den Käufern den Aufenthalt in Luzern angenehm zu gestalten, zu einem prachtvollen Bankett einluden, das sehr erfolgreich war. Auch die Auktionslose selbst ließen keine Wünsche offen. Über die Jahre kamen einige Sammlungen bekannter Philatelisten und Händler unter den Hammer. Besondere Erwähnung verdienen z.B. das Material des weltbekannten Philatelisten Lars Amundsen (11.–19. Juni 1928), die hochkarätige Finnland-Sammlung von Ludvig Lindberg (7.–15. Dez. 1928 und 11.-19. März 1929), die Sammlung des belgischen Likörfabrikanten (Elixir d’Anvers) Louis-Xavier de Beukelaer (16. Sept.–5. Oct. 1929) und die des Pariser Briefmarkenhändlers Joseph Thumin (16.–19. Juni 1931).


Tiere und Herr­scher

Was das spätere Bild von Béla in philatelistischen Kreisen betrifft, so wird es maßgeblich von zwei Ereignissen bestimmt, die sich in der ersten Hälfte der dreißiger Jahre abgespielt haben. Das erste war die Affäre, die sich um Jean Adolphe Michel entwickelte, dem ehemaligen Postmeister in Äthiopien (oder Abessinien, wie es damals genannt wurde). Michel war Sponsor der äthiopischen Tiere und Herrscher-Ausgabe von 1919 sowie Eigentümer der Urstempel und Originalplatten. In Übereinstimmung mit seinem ursprünglichem Vertrag mit der äthiopischen Regierung, der ihm durch den Neudruck und den Verkauf dieser Marken zehn Jahre nach der ersten Ausgabe von 1919 die Möglichkeit zur Kompensation seiner Ausgaben geben sollte, beauftragte er Béla Sekula mit der Produktion einer zweiten Auflage für 1930/1931. Diese zweite Auflage wurde unter Franks Aufsicht von der 1923 in Bern gegründeten Druckerei Aberegg-Steiner & Cie angefertig, in Bezug auf die äthiopischen Briefmarken legitime Nachfolgerin der liquidierten Balmer & Schwitter AG (BUSAG), die für den ersten Druck verantwortlich war. Von den insgesamt 120 Originalplatten – 15 Marken × 2 Farben (pro Marke) × 4 Platten (à 25 Marken) pro Druckbogen (von je 100 Marken) – waren ein paar wenige im Laufe der Jahre oxidiert und mussten durch Galvanos (Elektrotypien) ersetzt werden. Der Verantwortliche für beide Drucke, William Ernst Aberegg, bemühte sich, den zweiten Druck genauso aussehen zu lassen wie den ersten. Dadurch sind Farben, Papier und Zähnung so ähnlich, dass das einzig verlässliche Unterscheidungsmerkmal postfrischer Briefmarken die Gummierung ist: völlig glatt beim Original gegenüber brüchig beim Nachdruck (um ein Aufrollen der Marken zu verhindern). Als Béla begann, diese Marken als Originale anzubieten, wurden er und Michel von einer Gruppe von Briefmarkenhändlern in Bern wütend angegriffen, allen voran Arthur Hertsch, Inhaber von Zumstein & Cie, und Hans Roth, Präsident der Vereinigungen schweizerischer philatelistischer Vereine, die die Briefmarken zunächst als Fälschungen und etwas später als unerlaubte Neudrucke betrachteten. Mit den Tatsachen konfrontiert, akzeptierten sie die Briefmarken schließlich als autorisiert, bestanden aber darauf, dass Béla den Terminus Neudruck statt Original in seinen Angeboten verwenden müsse, da der Druck der Marken zu einer Zeit stattgefunden hatte, als sie bereits nicht mehr im Umlauf waren. Diese Angriffe gipfelten in einer Strafanzeige gegen Béla in Bern im Jahr 1933, die nach dreijährigen Ermittlungen eingestellt wurde, und einer Klage gegen Michel 1935, die 1936 zugunsten des Beklagten endete. Zu diesem Zeitpunkt bereitete sich Béla bereits darauf vor, die Schweiz in Richtung USA zu verlassen, wenn auch aus einem anderen Grund.


Tannu Tuva

Es wird allgemein angenommen, dass Béla Sekula die treibende Kraft hinter den zwischen 1934 und 1936 herausgegebenen Briefmarken von Tannu-Tuwa war: den Sätzen für eingeschriebene Post und für Luftpost von 1934, den Landesansichten und der Tierserie von 1935, sowie den regulären und den Luftpost-Jubiläumsmarken von 1936. Obwohl es keine eindeutigen Beweise für diese Theorie gibt, war er definitiv einer ihrer Hauptförderer und -verkäufer. Von der Fachpresse wurden sie allerdings kritisch gesehen, und es wurde (fälschlicherweise) angezweifelt, dass sie überhaupt in Tannu-Tuwa zur Ausgabe gelangt waren. Als sich Béla und andere Händler zum Beweis Briefe mit diesen Marken frankiert aus Tannu-Tuwa zuschicken ließen, wurde (teilweise zu Recht) gemutmaßt, sie seien von der Sowjetischen Philatelistischen Gesellschaft, deren Stempel auf der Rückseite prangte, ab Moskau in den Postverkehr eingeschleust worden. Es konnte allerdings keine Unklarheit darüber bestehen, dass ihr Hauptzweck darin bestand, Einnahmen durch den Verkauf an Briefmarkensammler zu generieren. Die Marken boten einen zum Teil sehr fantasievollen Einblick in das tuwanische Leben, mit Darstellungen, die es mit der Realität nicht ganz so genau nahmen, und waren offensichtich an Motivsammler gerichtet. Als Großhändler war Béla von je her auf Marken mit Motiven exotischer Länder spezialisiert, so dass die tuwanischen Landesansichten genau in sein Portfolio passten.


Klima­wandel

Im Herbst 1934 nutzte der deutsche Briefmarkenhändlerverband Bélas Werbung für prächtige Bildermarken als fadenscheinigen Grund, um seine Anzeigen aus allen Veröffentlichungen zu verbannen, und man gab ihm zu verstehen, dass er bei keiner seiner öffentlichen Veranstaltungen mehr willkommen sei. Das Verbot wurde auf die anderen Mitglieder der Sekula-Familie ausgedehnt, einschließlich ihres Schwagers Max Goldberger in Berlin, die nun alle als Bélas Anhängsel und Schädlinge der Philatelie angesehen wurden. In deutschen philatelistischen Zeitschriften erschienen Artikel, in denen der große Schaden beklagt wurde, den die Sekulas im Laufe der Jahre angeblich der philatelistischen Gemeinschaft zugefügt hatten. In einem dieser Artikel wurden die Leser daran erinnert, dass Béla 1916 von Großbritannien auf die schwarze Liste gesetzt worden war, und der Autor dieses Artikels drückte sein Bedauern darüber aus, dass ein solches Gesetz in Deutschland derzeit nicht existiere – völlig ignorierend, dass Béla nicht wegen zweifelhafter Geschäftspraktiken, sondern wegen Handel mit dem Feind auf der schwarzen Liste gelandet war. Und im Jahr 1916 war der Feind natürlich Deutschland. Die Rhetorik und der Zeitpunkt dieser Angriffe während des Aufstiegs der Nationalsozialisten in Deutschland lässt jedoch darauf schließen, dass sie wenig mit Bélas Geschäftsverhalten zu tun hatten – seine Welt-Briefmarkenauktionen waren von deutschen Briefmarkenhändlern immer gut besucht worden – sondern eher mit der Tatsache, dass die Sekula-Brüder von der mütterlichen Seite her jüdischer Abstammung waren. Im Nachhinein werfen die Entwicklungen in Deutschland auch ein anderes Licht auf die heftigen Attacken aus Bern, die, wie bereits damals manche Beobachter feststellten, völlig unverhältnismäßig erschienen angesichts der billigen Briefmarken, um die es da ging.

Die Feindseligkeiten gegen die Sekulas hatten auch finanzielle Auswirkungen, speziell vor dem Hintergrund der auch in der Schweiz seit 1930 immer stärker spürbaren Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise. Im April 1933 wurde gegen Bélas Briefmarken-Grosshandlung und Welt-Briefmarkenauktionen ein Insolvenzverfahren eröffnet, das er aber mit Hilfe eines Bankkredits abwehren konnte. Daraufhin gründete er zwei weitere Firmen als Aktiengesellschaften: Im Januar 1934 die kurzlebige Briefmarkenhandels AG Globus, und einen Monat später die Briefmarken-Import und Export AG, deren Namen er schließlich für seine neue Firma in den USA übernehmen würde. Bereits im März 1935 verabschiedete sich Béla von der Globus AG, und im April trat Béla ebenfalls aus dem Vorstand der Cosmophilatelist AG Luzern aus. Letztere wurde kurz darauf von Bélas langjährigem Mitarbeiter und Freund Hermann Wiederhold übernommen, der sie in Ozean Briefmarken AG umbenannte und bis 1948 erfolgreich weiter betrieb. Die Globus AG hingegen ging bereits im Juni 1939 in Konkurs.


Exodus

Über mehr als zwei Jahrzehnte hatte Béla Sekula in Luzern ein Briefmarkenimperium aufgebaut. Die Geschäfte von Eugen und speziell Géza waren zwar kleiner, aber beide blickten wie Béla auf eine lange Karriere im Briefmarkenhandel zurück mit weltweiten Verbindungen. Frank verfügte über mehr als zehn Jahre Erfahrung im Verkauf von Briefmarken und hatte gerade nach der Gründung der Frasek AG in Luzern im April 1933 seine Selbständigkeit wiedererlangt. Charles’ Karriere als Briefmarkenhändler hatte gerade erst begonnen, aber er hatte auch viel Erfahrung gesammelt, während er für seinen Vater arbeitete. In normalen Zeiten hätten sie alle in Luzern ein relativ sicheres Dasein führen können. Aber die Zeiten waren nicht normal. 1935, zwei Jahre nach Hitlers Machtergreifung in Deutschland, waren die Zeichen der Zeit zu deutlich, um sie zu ignorieren. Und so begann der Exodus der Sekulas. Zwischen 1935 und 1938 verließen sie einer nach dem anderen Luzern: Béla und Charles gingen nach New York, Eugen und Frank (zunächst) nach Lugano und Géza – nach einer Zwangspause – nach Lausanne.

Foto von Béla Sekula mit 54
Béla Sekula mit 54

Béla in New York

Béla, seine Frau Berty und Tochter Sonja zogen am 23. September 1936 nach New York um, wo er sein Geschäft als Stamp Import & Export Corp. fortsetzte – zunächst vom Hotel White aus, Ecke Lexington Avenue und 37th Street. Im Februar oder März 1937 mietete er für seine Familie ein Einfamilienhaus in Scarsdale (nicht weit von White Plains), bei gleichzeitig neuer Firmenadresse im Woodstock Tower, 320 East 42nd Street, Manhattan. Im Juni 1938 schloss er schließlich seinen Briefmarkengroßhandel in Luzern, und im Juli verließ er die Schweizer Briefmarken-Import und Export AG (liquidiert im April 1941). Im Juni 1940 zogen die Sekulas von Scarsdale nach Westport in Connecticut, wo Béla am 9. Dezember 1941 die Einbürgerung beantragte. Bis spätestens 1942 war die Familie erneut umgezogen, zurück nach New York City, wo sie nun in der Park Avenue 399 wohnte, und 1943 verlegte er sein Geschäft in das Bush Terminal Building, 130 West 42 Street. Am 14. März 1944 wurde Béla Sekula Staatsbürger der Vereinigten Staaten von Amerika.

Im Gegensatz zu seinen früheren Aktivitäten in Europa scheint seine Zeit in Amerika keinen nennenswerten Skandal hervorgebracht zu haben. Seine Zeit als Massenversender war fürs Erste vorbei, und er konzentrierte sich auf den Großhandel und entsprechende Deals mit einer Handvoll Kunden. Was sein Privatleben angeht, so wurde es maßgeblich durch seine Tochter Sonja beeinflusst und ihre Entscheidung, Künstlerin zu werden. Aufgrund ihrer Verbindungen zur Kunstszene kam sie in Kontakt mit prominenten Persönlichkeiten wie dem Schriftsteller Klaus Mann, dem Maler Jackson Pollock und dem Komponisten John Cage, und diese Bekanntschaften dehnten sich auf die ganze Familie aus. Bereits 1939 waren die Sekulas Teil der New Yorker Oberschicht, über deren Aktivitäten in den Gesellschaftskolumnen der New York Times berichtet wurde. Man lud ein und wurde eingeladen. Gleichzeitig wurde das Leben der Familie jedoch von psychischen Problemen Sonjas überschattet, die sich wiederholt einer Behandlung unterziehen musste. 1949 verkaufte Béla seinen Bestand von 50 Millionen Briefmarken über J. & H. Stolow in New York (bei einem geschätzten Erlös von 250.000 bis 300.000 US-Dollar). Er hatte jedoch nicht die Absicht, sich zur Ruhe zu setzen. Sein Geschäft führte er weiter vom Hotel Seville an der Ecke 22 East 29th St. und Madison Avenue. Nach fast zwanzig Jahren in den USA wurden die Kosten – insbesondere die zur Behandlung Sonjas manisch depressiver Phasen – schließlich zu hoch, und 1955 kehrte die Familie in die Schweiz zurück, zuerst nach Zürich und kurze Zeit später nach St. Moritz.


Seine Ab­schieds­vor­stellung

Nach einer kurzen Auszeit vom Briefmarkenhandel nahm Béla im September 1957 die Geschäfte mit der Gründung der Philatelie AG, St. Moritz wieder auf, abermals mit sich selbst als alleinigem Vorstandsmitglied. Zum Start übernahm er Briefmarken im Wert von 19.200 sFr. aus dem Besitz seiner Frau (Béla und Berty hatten Gütertrennung vereinbart). Im April 1958 zog er zurück nach Zürich und leitete die Firma von seiner neuen Privatadresse in der Steinwiesstr. 18, wobei die eingetragene Geschäftsadresse in St. Moritz verblieb.

Während die Rückkehr in die Schweiz für Béla eine finanzielle Notwendigkeit darstellte, war sie für Sonja eine Katastrophe. An ein Leben inmitten New Yorks kosmopolitischer Kunstszene gewöhnt, wirkte der Kulturbetrieb im prüden Zürich der 50er-Jahre auf sie nun kleinbürgerlich und provinziell. Ihre Kunst galt als zu amerikanisch und war nicht mehr gefragt. Nach einer Reihe von künstlerischen Fehlschlägen und privaten Enttäuschungen erhängte sich Sonja Sekula am 25. April 1963 in ihrem Atelier.

Béla selbst blieben ebenfalls nur noch wenige Jahre. Am Ende fast taub und an zerebraler Arteriosklerose und Leberzirrhose erkrankt, starb er am 20. Juli 1966 im Alter von 85 Jahren in einem Spital in Zürich – nachdem er rund 67 Jahre seines Lebens als Briefmarkenhändler verbracht hatte. Seine Asche liegt in einem Familiengrab in St. Moritz neben seiner Tochter Sonja und seiner Frau Berty († 19. September 1980) begraben. Bélas Tod bedeutete jedoch nicht das Ende seiner Firma. Im April 1967 zog die Philatelie AG von St. Moritz nach Zug um, wo sie noch bis Februar 2001 im Briefmarkenhandel tätig war.

Heutzutage scheint das Vermächtnis von Béla Sekula nichts weiter als ein schlechter Ruf zu sein. In seinem Geburtsland Ungarn jedoch spielte er definitiv eine wichtige Rolle bei der Entstehung der organisierten Philatelie. Am 30. Dezember 1991, anlässlich des 120-jährigen Bestehens ungarischer Briefmarken, gab die ungarische Post einen Pro Philatelia-Sonderblock heraus, der Béla Szekula zusammen mit drei anderen frühen Philatelisten zeigt (Mihály Gervay, József Zichy und Gábor Baross).

Béla Sekula war sicherlich kein Engel. Im Privatleben war er ein charmanter und spendabler Mensch, aber im Geschäftsleben kämpfte er stets mit harten Bandagen, was ihm so manchen Feind einbrachte. Ihn aber auf die philatelistischen Skandale zu reduzieren, für die er – meistens zu Unrecht – verantwortlich gemacht wird, und seine Leistungen zu ignorieren, wird der schillernden Persönlichkeit, die er war, nicht wirklich gerecht.


Heute Millionär, morgen nur noch zehn Rappen!

—Béla Sekula, o. D.


Postkarte — 25. Januar 1913

Abgeschickt am 25. Januar 1913, von Luzern, Schweiz, nach Kairo, Ägypten.

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Doppelkarte mit Antwortteil — 11. Februar 1913

Abgeschickt am 11. Februar 1913, von Luzern, Schweiz, nach Harderwijk, Niederlande, und weitergeleitet nach Assen.

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Brief — 9. April 1913

Einschreiben abgeschickt am 9. April 1913, von Luzern, Schweiz, nach Green, Vereinigte Staaten.

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Postkarte — 3. Oktober 1913

Drucksache abgeschickt am 3. Oktober 1913, von Luzern, Schweiz, nach Kairo, Ägypten.

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Brief — 26. Dezember 1913

Abgeschickt am 26. Dezember 1913, von Luzern, Schweiz, nach Lansdowne, Pennsylvania, Vereinigte Staaten.

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Siegelmarken — 1913 – 1918

Eine weitere Serie von Papiersiegeln, produziert in der Zeit zwischen 1913 – dem Jahr seiner Rückkehr in die Schweiz – und 1918, als er sein Briefmarken-Magazin einstellte. Die dargestellten Briefmarken sind eine ungarische 1Kr-Marke von 1900, eine gambische 2-Pence-Marke von 1880 und eine schweizer 10c Wilhelm Tell-Marke von 1914.

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Scans zur Verfügung gestellt von Ed Pieklo.


Brief — Mai 1914

Abgeschickt im Mai 1914 von Porto Alegre, Brasilien, nach Luzern, Schweiz. Angekommen im Mai 1914.

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Postkarte — 28. Juni 1914

Abgeschickt am 28. Juni 1914, von Luzern, Schweiz, nach Esslingen am Neckar, Deutschland.

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Großhandelspreisliste — 1915

Front und Seiten 20 bis 23 mit Material aus Liberia.

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Scans zur Verfügung gestellt von Travis Searls.


Brief — 8. Februar 1915

Abgeschickt am 8. Februar 1915, von Budapest, Ungarn, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 12. Februar 1915.

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Streifband — 24. Februar 1915

Abgeschickt am 24. Februar 1915, von Luzern, Schweiz, nach Basel.

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Brief — März 1915

Abgeschickt im März 1915 von Biberach, Deutschland, nach Luzern, Schweiz.

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Brief — 6. April 1915

Einschreiben abgeschickt am 6. April 1915, von Luzern, Schweiz, nach Valdivia, Chile. Angekommen am 13. Mai 1915.

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Brief — 7. April 1915

Einschreiben abgeschickt am 7. April 1915, von Luzern, Schweiz, nach Hannover, Deutschland. Angekommen am 9. April 1915.

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Brief — 13. April 1915

Zwei Belege verschickt als Einschreiben und frankiert mit Marken der belgischen Exilregierung in Le Havre, Frankreich, nach Luzern, Schweiz. Der erste abgestempelt am 13. April 1915 und angekommen am 16. April, der zweite abgestempelt am 15. Mai und angekommen am 18. Mai.

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Brief — 26. April 1915

Einschreiben abgeschickt am 26. April 1915, von Bekesch, Ungarn, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 3. Mai 1915.

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Postkarte — 25. Mai 1915

Abgeschickt am 25. Mai 1915, von Luzern, Schweiz, nach La Tronche, Frankreich, und weitergeleitet nach Villeurbanne. Angekommen am 29. Mai 1915.

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Postkarte — 9. Juni 1915

Abgeschickt am 9. Juni 1915, von Luzern, Schweiz, nach Budapest, Ungarn.

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Brief — 22. Juni 1915

Abgeschickt am 22. Juni 1915, von Alland, Österreich, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 4. Juli 1915.

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Brief — 28. Juni 1915

Einschreiben abgeschickt am 28. Juni 1915, von Luzern, Schweiz, nach Valdivia, Chile. Angekommen am 17. August 1915.

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Brief — 30. Juni 1915

Drucksache abgeschickt am 30. Juni 1915, von Luzern, Schweiz, nach Plain Dealing, Louisiana, Vereinigte Staaten. Angekommen am 30. Juni 1915.

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Scan zur Verfügung gestellt von Albert Little.


Werbebrief — 10. Juli 1915

Drucksache abgeschickt am 10. Juli 1915 von Luzern, Schweiz, nach Rønne, Dänemark, mit Werbung für Béla Szekulas Hausorgan Schweizerischer Briefmarken-Sammler (Dez. 1913 – 1918).

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Postkarte — 10. Juli 1915

Drucksache abgeschickt am 10. Juli 1915, von Luzern, Schweiz, nach Fitchburg, Massachusetts, Vereinigte Staaten.

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Postkarte — 5. August 1915

Abgeschickt am 5. August 1915, von Luzern, Schweiz, nach Sangerhausen, Deutschland.

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Brief — 15. August 1915

Einschreiben abgeschickt am 15. August 1915, von Palermo, Italien, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 18. August 1915.

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Brief — 2. September 1915

Einschreiben abgeschickt am 2. September 1915, von Kopenhagen, Dänemark, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 5. September 1915.

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Brief — 7. September 1915

Einschreiben abgeschickt am 7. September 1915, von Berndorf, Österreich, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 2. Oktober 1915.

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Brief — 21. September 1915

Einschreiben abgeschickt am 21. September 1915, von Dschibuti (Stadt), Französisch-Somaliland (heute Dschibuti), nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 5. Oktober 1915.

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Postkarte — 25. September 1915

Abgeschickt am 25. September 1915, von Luzern, Schweiz, nach Nordhausen, Deutschland.

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Brief — 30. September 1915

Einschreiben abgeschickt am 30. September 1915, von Luzern, Schweiz, nach Palermo, Italien.

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Brief — 4. Oktober 1915

Einschreiben abgeschickt am 4. Oktober 1915, von Luzern, Schweiz, nach Valdivia, Chile. Angekommen im November 1915.

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Brief — 29. Oktober 1915

Einschreiben abgeschickt am 29. Oktober 1915, von Luzern, Schweiz, nach Münster, Deutschland. Angekommen am 30. Oktober 1915.

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Scans zur Verfügung gestellt von Ed Pieklo.


Postkarte — 11. November 1915

Abgeschickt am 11. November 1915, von Chemnitz, Deutschland, nach Scheibenberg.

Internationale Philatelisten-Postkarte wahrscheinlich von einem Mitglied an einen Bekannten geschickt.
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Brief — 7. Januar 1916

Einschreiben abgeschickt am 7. Januar 1916, von Luzern, Schweiz, nach Detroit, Michigan, Vereinigte Staaten.

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Werbebrief — 10. März 1916

Drucksache, die am 10. März 1916 von Luzern, Schweiz, nach Laibach, Österreich (heute Ljubljana, Slowenien) gesendet wurde, mit Werbung für Béla Szekulas Schweizer Hausorgan Schweizerischer Briefmarken-Sammler (Dez. 1913 &ndash ; 1918).

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Postkarte — 31. März 1916

Abgeschickt am 31. März 1916, von Tomar, Portugal, nach Basel, Schweiz.

Internationale Philatelisten-Postkarte wahrscheinlich von einem Mitglied an einen Bekannten geschickt.
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Brief — April 1916

Abgeschickt im April 1916 von Rochester, Kent, England, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 13. April 1916.

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Brief — 16. Mai 1916

Einschreiben abgeschickt am 16. Mai 1916, von Asunción, Paraguay, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 19. Juni 1916.

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Postkarte — 22. Mai 1916

Abgeschickt am 22. Mai 1916, von Luzern, Schweiz, nach Johannesburg, Transvaal, Südafrika.

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Brief — 30. Mai 1916

Abgeschickt am 30. Mai 1916, von Georgetown, Britisch-Guayana (heute Guyana), nach Luzern, Schweiz.

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Brief — Juni 1916

Abgeschickt im Juni 1916 von Stellenbosch, Südafrika, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 22. Juli 1916.

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Brief — 6. Juni 1916

Einschreiben abgeschickt am 6. Juni 1916, von München, Deutschland, nach Luzern, Schweiz.

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Brief — 25. Juli 1916

Einschreiben abgeschickt am 25. Juli 1916, von Osaka, Japan, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 20. September 1916.

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Postkarte — 5. Dezember 1916

Elise Bieri Postkarte als Drucksache versandt am 5. Dezember 1916 von Luzern, Schweiz, über England nach Cleveland, Ohio, USA.

Während des Ersten Weltkriegs verhängte Frankreich mehrere philatelistische Kriegsbeschränkungen mit negativen Auswirkungen auf den französischen Briefmarkenhandel. Unter anderem war es verboten, alle von Feinden herausgegebenen Briefmarken, ob gebraucht oder ungebraucht, in Umlauf zu bringen. Als Béla Szekula dabei erwischt wurde, wie er Briefmarken des Feindes an einige Briefmarkenhändler in Paris verkaufte, wurden die Händler mit einer Geldstrafe belegt und Béla wurde von der französischen Zensur auf die schwarze Liste gesetzt. Um das Verbot zu umgehen, begann er in seiner Korrespondenz den Alias ​​Elise Bieri zu verwenden – es ist nicht klar, ob es sich um einen erfundenen Namen oder den Namen einer Mitarbeiterin handelte. Im November 1916 folgte das Außenhandelsministerium des Vereinigten Königreichs diesem Beispiel und erklärte ihn zu einer unerwünschten Person, mit der Firmen oder Personen im Britischen Empire keine Geschäfte machen sollten.

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Brief — 30. Dezember 1916

Dieser Beleg mit der Absenderadresse Ármin Szekula / Getreideaustausch / Budapest, ein noch in Budapest lebender Onkel der Szekula-Brüder, dürfte im Autrag von Béla Szekula entstanden sein. Anlass für den Sonderstempel war die Krönung von König Karl IV. von Ungarn und Kroatien am 30. Dezember 1916, nachdem dieser bereits zuvor als Kaiser Karl I. von Österreich die Nachfolge seines am 21. November 1916 verstorbenen Großonkels Franz Joseph I. angetreten hatte.

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Brief — 20. Januar 1917

Einschreiben abgeschickt am 20. Januar 1917, von Luzern, Schweiz, nach Halmstad, Schweden.

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Brief — 30. April 1917

Einschreiben abgeschickt am 30. April 1917, von Luzern, Schweiz, nach Bredbyn, Schweden. Angekommen am 6. Mai 1917.

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Postkarte — 27. August 1917

Abgeschickt am 27. August 1917, von Luzern, Schweiz, nach Charlottenlund, Dänemark.

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Brief — 19. September 1917

Einschreiben abgeschickt am 19. September 1917, von Luzern, Schweiz, nach Kalmar, Schweden.

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Doppelkarte mit Antwortteil — 28. Januar 1918

Abgeschickt am 28. Januar 1918, von Luzern, Schweiz, nach Gorinchem, Niederlande. Angekommen am 1. Februar 1918.

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Brief — 31. Januar 1918

Eingeschriebener Brief abgeschickt am 31. Januar 1918 von Brüssel, Belgien unter deutscher Besatzung, nach Luzern, Schweiz.

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Brief — 27. Februar 1918

Einschreiben abgeschickt am 27. Februar 1918, von Luzern, Schweiz, nach Amsterdam, Niederlande. Angekommen am 2. März 1918.

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Briefe — Mai 1918 – Dezember 1918

Zwei eingeschriebene Belege gesendet nach Stockholm, Schweden.

Eingeschriebener Brief, mit dem eine Ansichtssendung von Briefmarken am 22. Mai 1918 verschickt wurde.
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Eingeschriebener Brief mit Zahlungserinnerung abgeschickt am 31. Dezember 1918.
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Brief mit der Aufforderung zur Zahlung der Mai-Sendung oder Rücksendung (Briefmarken für Einschreiben inklusive) – Unterschrift M. Bieri.
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Brief — 13. Juni 1918

Einschreiben abgeschickt am 13. Juni 1918, von Luzern, Schweiz, nach Limhamn (heute Teil von Malmö), Schweden.

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Postkarte — 27. Januar 1919

Abgeschickt am 27. Januar 1919, von Luzern, Schweiz, nach Prag, Österreich-Ungarn (heute Tschechien).

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Private Überdrucke — April 1919 – Dezember 1919

Im April 1919 erhielt Béla Szekula von der Postverwaltung die Erlaubnis, Briefmarken mit dem Namen seiner Firma zu überdrucken, mit der Auflage, dass sie nur für Firmenkorrespondenz verwendet wurden und die Schriftgröße klein genug war mit einer maximalen Höhe von 2 mm. Diese Erlaubnis galt mindestens bis zum 20. Dezember 1919, dem bisher spätesten bekannten Stempeldatum. Offensichtlich hielt sich Béla an die Vorgabe, die Marken ausschließlich für den geschäftlichen Briefverkehr zu benutzen und ungebraucht nicht an Dritte abzugeben: Bis heute sind keine ungestempelten Exemplare bekannt.

Béla Szekula / Luzern-Aufdruck auf der lange laufenden Dauerserie mit Darstellungen der sitzenden Helvetia, von Wilhelm Tell’s Sohn und von Wilhelm Tell.
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Sc #135, Mi #105x
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Sc #136, Mi #101x
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Sc #140, Mi #140x
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Sc #144, Mi #109x
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Sc #151, Mi #137x
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Sc #153, Mi #111 III
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Sc #154, Mi #136x
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Sc #157, Mi #113III
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Sc #167, Mi #118II (10c) & Sc #172, Mi #120 (15c)
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Sc #171, Mi #139x
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Sc #172, Mi #120
Überdruck auf Berglandschaften.
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Sc #182, Mi #142
Überdruckte Schweizer Pax-Ausgabe – herausgegeben am 1. August 1919.
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Sc #190, Mi #146
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Sc #191, Mi #147
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Sc #192, Mi #148

Scan der überdruckten Michel #140c zur Verfügung gestellt von Ed Pieklo.


Postkarten — 28. Mai 1919 – 5. August 1919

Zwei Postkarten abgeschickt am 28. Mai und am 5. August 1919 von Luzern, Schweiz, nach Kristiania (=Oslo), Norwegen. Beide frankiert mit Privataufdruck.

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Postkarte — 27. Juni 1919

Einschreiben abgeschickt am 27. Juni 1919, von Przemyśl, Polen, nach Luzern, Schweiz. Angekommen am 5. Juli 1919.

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Postkarte — 29. Oktober 1919

Gesendet am 29. Oktober 1919 von Luzern, Schweiz, nach Blora, Java, Niederländisch-Ostindien (dem heutigen Indonesien). Frankiert mit Privataufdruck.

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Postkarte — 6. Dezember 1919

Abgeschickt am 6. Dezember 1919, von Luzern, Schweiz, nach Pekalongan, Java, Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien), und weitergeleitet nach Ungaran. Angekommen am 17. Januar 1920.

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Brief — 19. Dezember 1919

Eingeschrieben am 19. Dezember 1919 von Luzern, Schweiz, nach Wülflingen (heute Ortsteil von Winterthur) verschickt. Frankiert mit Privataufdruck.

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Brief — Januar 1920

Einschreiben abgeschickt im Januar 1920 von Luzern, Schweiz, nach Anklam, Pomerania, Deutschland. Angekommen am 20. Januar 1920.

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Postkarte — 28. März 1921

Abgeschickt am 28. März 1921, von Luzern, Schweiz, nach New York City, Vereinigte Staaten.

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Brief — 7. April 1921

Abgeschickt am 7. April 1921, von Luzern, Schweiz, nach Berlin, Deutschland.

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Postkarte — 8. Mai 1922

Werbepostkarte, versandt am 8. Mai 1922 von Luzern nach Stockholm, Schweden, mit Nyassa-Ausgaben.

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Scans zur Verfügung gestellt von David Rossall.


Postkarte — 19. August 1922

Zahlungserinnerung verschickt am 19. August 1922 von Luzern, Schweiz, nach Kristiania (1925 in Oslo umbenannt), Norwegen.

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