Die Szekula-Familie von Briefmarkenhändlern

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Diese Website ist den in Ungarn geborenen Briefmarkenhändlern Béla, Géza, Eugen und Frank Sekula gewidmet. Jeder von ihnen betrieb sein eigenes Briefmarkengeschäft mit Schwerpunkt auf internationalem Briefmarkenhandel, angetrieben wohl eher von der Liebe zum Geld als zu Briefmarken. Alle vier nahmen die Schweizer Staatsbürgerschaft an und waren zu einer Zeit in Luzern ansässig. Insbesondere Bélas kreative Geschäftsideen lösten während seiner Karriere mehr als einen philatelistischen Skandal aus. Und dennoch – ohne die Sekula-Brüder wäre die Geschichte der Philatelie wohl deutlich ärmer.


Gabor Sekula

 
Zeitungsanzeige
Capitol Stamp Zeitungsanzeige (Le Rhône Dezember 1941)

Rodolphe Sekula Kaufanzeige
Rodolphe Sekula Kaufanzeige
(Der Schweizer Arbeiter Sep. 1944)
Georges Sekula Kaufanzeige
Georges Sekula Kaufanzeige
(Journal d’Yverdon Feb. 1944)

Tibor Sekula Anzeige
Tibor Sekula Anzeige
(Freiburger Nachrichten
Oktober 1946)
Alle vier Söhne von Géza Sekula – Tibor-Laszlo (geboren am 18. März 1911 in Budapest), Gabor Stephan (geboren am 13. September 1913 in Luzern), György (=Georges) Andor (geboren am 1. März 1916 in Luzern) und Rodolphe Miklos (geboren am 24. August 1917 in Luzern) – versuchten sich irgendwann einmal im Verkauf von Briefmarken, aber nur einer von ihnen brachte es auf eine mehrjährige Karriere als hauptberuflicher Briefmarkenhändler.
Als sich im April 1937 abzeichnete, dass Géza Sekula sein Geschäft würde aufgeben müssen, gründeten seine beiden ältesten Söhne Tibor-Laszlo (geb. 18. März 1911 in Budapest) und Gabor Stephan (geb. 13. September 1913 in Luzern) die Capitol Briefmarken AG (Capitol Stamps Ltd.) (Capitol Timbres-postes S.A.) an der Adresse ihres Vaters, Werchlaubengasse 2, und übernahmen von nicht näher bezeichneten Verkäufern Briefmarken im Wert von 5000 SFr. gegen Aktien der Gesellschaft im gleichen Wert. Einziges Verwaltungsratsmitglied war Tibor Sekula. Nur ein halbes Jahr später zog die Firma nach Lausanne, Rue du Grand-Chêne 6, um und firmierte nun als Capitol Timbres-postes S.A. (Capitol Stamps Ltd.) mit Tibor als Direktor und Gabor als Prokurist. Im März 1940 tauschten die Brüder ihre Positionen, und vier Monate später verließ Tibor das Unternehmen.
In Anbetracht der folgenden Ereignisse ist es wahrscheinlich, dass die Brüder sehr unterschiedliche Auffassungen darüber hatten, wie das Geschäft zu führen sei. Auf sich allein gestellt, begann Gabor mehr und mehr auf Betrug zu setzen. Er machte es sich zur Gewohnheit, zu behaupten, dass von ihm unaufgefordert versandte Briefmarken, die per Post zurückgeschickt wurden, nie angekommen seien, während er die Briefmarken und das Geld zur Finanzierung seiner persönlichen Bedürfnisse behielt. Briefmarken, die er zu überhöhten Preisen anbot, waren oft wertlos oder Fälschungen. Ihm wurden auch Briefmarkensammlungen anvertraut mit dem Auftrag, sie zu verkaufen; sobald dies geschehen war, behielt er das Geld für sich. Sein Vorgehen blieb natürlich nicht unbemerkt und führte zu einer Reihe von Beschwerden beim Schweizerischen Philatelistenverband, bei der Waadtländer Industrie- und Handelskammer, bei der Bundespost und bei Vertretern der Schweiz im Ausland. Bis 1949 war er wegen verschiedener Delikte wie Betrug, Urkundenfälschung, Veruntreuung usw. polizeilich bekannt. Sein Kundenkreis war geschrumpft und die Schulden der Firma hatten sich bis auf 100.000 SFr. angehäuft. Am 2. Mai 1949 eröffnete das Gericht in Lausanne das Konkursverfahren gegen die Capitol Stamps Ltd. Irgendwie konnte er sich noch eine Weile über Wasser halten, aber schliesslich ging er auch privat mit 45.000 Franken Schulden in Konkurs. Er verließ die Schweiz und floh nach Tanger, wo er verhaftet und ausgeliefert wurde. Im März 1954 wurde er wegen Betrugs, versuchten Betrugs und Untreue zu einem Jahr Gefängnis, abzüglich 234 Tagen Untersuchungshaft, und zu einer Geldstrafe von eintausend Franken verurteilt; die Gefängnisstrafe wurde für eine Bewährungszeit von fünf Jahren ausgesetzt. Im selben Jahr verliess Gabor Lausanne und ging nach Zürich, wo er für ein größeres Unternehmen den Verkauf von Haushaltsgeräten organisierte. Nach anfänglichen Erfolgen musste er wegen seiner Verkaufstaktik mit Banden von dubiosen Haustürverkäufern gehen. Am 26. April 1956 gründete er sein eigenes Unternehmen für den Verkauf von Haushaltsgeräten, die MASEK AG (MAschinen SEKula). Es gelang ihm sogar, seinen Bruder Georges als Vorstandsmitglied in die Firma zu holen. Es half nichts – er fiel in alte Gewohnheiten zurück und sein Unternehmen war von Anfang an betrügerisch. Nach etwas mehr als einem Jahr, im August 1957, ging MASEK in Konkurs, unter Begleitumständen, die zu Gabors zweiter Verurteilung führen sollten. Im Jahr 1962 wurde der damals 48-Jährige zu dreieinhalb Jahren Gefängnis, einer Geldstrafe von 400 SFr. und vier Jahren Ehrverlust verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe (einschließlich der vorherigen, weil er gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte) kehrte er nach Lausanne zurück. Offenbar gelang es ihm, sich in den wenigen Jahren, die ihm noch blieben, aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Gabor Sekula starb im Mai 1971 im Alter von nur 58 Jahren.

Es gibt nur wenige Hinweise auf Tibors Aktivitäten unmittelbar nach seinem Weggang von Capitol Stamps, aber 1946 tauchte er plötzlich wieder in Genf auf und verkaufte Briefmarken, allerdings in viel kleinerem Rahmen und wahrscheinlich nicht als Vollzeit-Briefmarkenhändler. Wie Gabor wechselte auch er schliesslich in eine andere Branche, ohne jedoch mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen: Von 1960 bis 1972 war Tibor Inhaber des Möbelgeschäfts T.-L. Sekula in Genf.
Für die beiden jüngeren Brüder Georges und Rodolphe war der An- und Verkauf von Briefmarken wohl nie mehr als ein Nebenerwerb. Georges blieb in Lausanne, und nachdem er mehrere Jahre lang Waren aller Art verkauft hatte, spezialisierte er sich schließlich auf das, was auch seine Leidenschaft werden sollte: Registrierkassen. Als er 1998 in den Ruhestand ging, feierte eine Lokalzeitung den „Kassenkönig“ und seine Sammlung von klassischen Modellen. Der jüngste Bruder Rodolphe zog nach Bern, wo er nicht nur als Kaufmann seinen Lebensunterhalt verdiente, sondern sich auch in der Lokalpolitik engagierte. 1966 wurde er Gemeinderat von Münchenbuchsee. Rodolphe starb am 5. September 2004.


Postkarte — 31. Mai 1938

Abgeschickt am 31. Mai 1938, von Lausanne, Schweiz, nach New York City, Vereinigte Staaten.

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Scan zur Verfügung gestellt von Max Brack.


Brief — 19. Dezember 1938

Abgeschickt am 19. Dezember 1938, von Lausanne, Schweiz, nach Gaillac, Frankreich.

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Postkarte — 4. April 1939

Abgeschickt am 4. April 1939, von Lausanne, Schweiz, nach Kalkutta, Indien.

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Postkarte — 2. Mai 1939

Abgeschickt am 2. Mai 1939, von Lausanne, Schweiz, nach Kenosha, Wisconsin, Vereinigte Staaten.

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REM
Der Bund
2. Dezember 1939
REM
La Revue
6. Dezember 1940
REM
La Revue du dimanche
26. Januar 1941


Brief — 17. März 1941

Abgeschickt am 17. März 1941, von Lausanne, Schweiz, nach Payerne.

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REM
La Revue
10. April 1941
REM
Tribune de Lausanne
30. November 1941
REM
Feuille d'Avis de Lausanne
10. Juli 1942
REM
Der Bund
13. November 1942
REM
Der Bund
14. November 1942


Postkarte — 15. Dezember 1942

Abgeschickt am 15. Dezember 1942, von Lausanne, Schweiz, nach Aarhus, Dänemark.

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REM
La Revue
22. Juli 1943


Brief — 6. Mai 1944

Einschreiben abgeschickt am 6. Mai 1944, von Karhumäki, während des 2. Weltkriegs von der finnischen Armee besetzt (=Medvezhyegorsk), Russland, nach Lausanne, Schweiz.

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Scan zur Verfügung gestellt von Max Brack.


Brief — 3. März 1945

Abgeschickt am 3. März 1945, von Basel, Schweiz, nach Bern. Angekommen am 3. März 1945.

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REM
Le Nouvelliste
20. Dezember 1945


Postkarte — 5. März 1947

Abgeschickt am 5. März 1947, von Lausanne, Schweiz, nach Athen, Griechenland.

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Scans zur Verfügung gestellt von David Rossall.


Brief — 25. März 1947

Einschreiben abgeschickt am 25. März 1947, von Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 20. September 1947

Abgeschickt am 20. September 1947, von Náchod, Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 29. September 1947

Einschreiben abgeschickt am 29. September 1947, von Pamplona, Spanien, nach Lausanne, Schweiz. Angekommen am 3. Oktober 1947.

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Postkarte — 31. Oktober 1947

Abgeschickt am 31. Oktober 1947, von Lausanne, Schweiz, nach Georgetown, Britisch-Guayana (heute Guyana).

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Postkarte — 1948 ?

Werbepostkarte, versandt am 7. August 1948 oder 1949 von Lausanne nach Tulsa, Oklahoma, USA.

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Brief — 7. Februar 1948

Einschreiben abgeschickt am 7. Februar 1948, von Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 13. März 1948

Abgeschickt am 13. März 1948, von Budapest, Ungarn, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 4. April 1948

Abgeschickt am 4. April 1948, von Sliema, Malta, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 15. Mai 1948

Einschreiben abgeschickt am 15. Mai 1948, von Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 30. August 1948

Einschreiben abgeschickt am 30. August 1948, von Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — Oktober 1948

Abgeschickt im Oktober 1948 von Ozora, Ungarn, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 5. Oktober 1948

Abgeschickt am 5. Oktober 1948, von Amsterdam, Niederlande, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — Dezember 1948

Einschreiben abgeschickt im Dezember 1948 von Zbraslav nad Vltavou (heute Teil von Prag), Tschechoslowakei (heute Tschechien), nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 15. Februar 1949

Abgeschickt am 15. Februar 1949, von La Coruña, Spanien, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 15. Februar 1949

Einschreiben abgeschickt am 15. Februar 1949, von Melilla, Spanien, nach Lausanne, Schweiz.

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Brief — 6. September 1954

Abgeschickt am 6. September 1954, von Le Mans, Frankreich, nach Lausanne, Schweiz.

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